Zehn-Punkte-Plan für mehr Lärmschutz

Zehn-Punkte-Plan für mehr Lärmschutz

Senat bringt neue Regelungen auf den Weg

Hamburg Airport ist seit vielen Jahren aktiv für den Lärmschutz. Um diesen jetzt noch effektiver zu gestalten, hat der Hamburger Senat auf Ersuchen des bürgerschaftlichen Umweltausschusses weitere Maßnahmen in einem 10-Punkte-Programm beschlossen: So wird der Flughafen die Entgelte für verspätete Flüge ab Mitte Januar 2015 deutlich erhöhen. Außerdem spricht Hamburg Airport mit den Fluggesellschaften über einen verstärkten Einsatz neuer, besonders leiser Flugzeuge wie den A320neo oder die neue Boeing 737 MAX. Darüber hinaus sollen Landeanflüge verlängert und Kurzanflüge nur noch in seltenen Ausnahmefällen erlaubt sein.

„Die jetzt erarbeiteten Lösungen sind ein weiteres, klares Signal für den Lärmschutz“, sagt Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Airport. „Die geplanten höheren Entgelte für besonders laute oder späte Flugzeuge setzen wirkungsvolle Anreize, auch zukünftig nach Hamburg nur mit den leisesten Flugzeugen zu kommen.“

 

Einsatz leiserer Flugzeuge

Das Flugzeug der Zukunft ist leiser und sauberer. Hamburg Airport holt die Zukunft schon jetzt an Bord und setzt sich verstärkt dafür ein, dass die neuen Flugzeuge Airbus A320neo und Boeing 737 Next Generation ab Ende 2015 zuerst in Hamburg eingesetzt werden. Insbesondere die in Hamburg gebaute A320neo wird um fünf bis sechs Dezibel leiser sein. So geht Lufthansa davon aus, diese neuen Flugzeuge bereits ab November 2015 auf den Strecken Hamburg-Frankfurt und Hamburg-München einzusetzen. Die Einführung der neuen, leiseren Flugzeuge soll ab dem nächsten Jahr durch eine Änderung der Entgeltverordnung des Flughafens gefördert werden, indem sie zwei Lärmklassen niedriger eingestuft werden als die bisherige Variante des jeweiligen Flugzeugtyps.

 

Höhere Start- und Landeentgelte

Die lärmabhängigen Start- und Landeentgelte sollen ab Mitte Januar 2015 um bis zu 45 Prozent deutlich erhöht werden. Außerdem wird der Aufschlag für verspätete Starts und Landungen angehoben: In der Zeit von 22 bis 22.59 Uhr steigt dieser Zuschlag von gegenwärtig 100 auf zukünftig 150 Prozent. In der Zeit zwischen 23 und 24 Uhr werden statt zurzeit 200 Prozent dann 300 Prozent fällig, ebenso in der Zeit zwischen 24 Uhr und 5.59 Uhr, in der grundsätzlich nur mit Ausnahmegenehmigung geflogen werden darf.

 

Weniger Verspätungen

In puncto Verspätungen ist Hamburg Airport bereits auf einem guten Weg: Von 1.438 im Jahr 2007 auf 451 im vergangenen Jahr – das ist die positive Entwicklung der verspäteten Flüge aller Airlines zwischen 23 und 24 Uhr. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre nutzten 482 Flüge die Verspätungsregelung. Auch die Zahl der Nachtflüge zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens ist deutlich rückläufig: Seit 2007 ist die Zahl der Flüge von 456 auf 139 im vergangenen Jahr gesunken. Es kamen im Wesentlichen nur medizinische Hilfsflüge wie Organtransporte, Transport von schwerkranken Menschen, Maschinen mit technischen Störungen nach Hamburg – oder es bestand ein öffentliches Interesse an Start oder Landung.

Hamburg Airport wird sich auch weiterhin bei den Airlines intensiv dafür einsetzen, die Zahl der Verspätungen nach 23 Uhr zu verringern. Der Fluglärmschutz-beauftragte in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt erhält von Hamburg Airport zukünftig eine Liste mit detaillierten Verspätungsgründen der Fluggesellschaften für Flüge nach 23 Uhr. In Kenntnis der Ursachen und eventuellen Gegensteuerung kann das erreichte niedrige Niveau bei den Verspätungen besser gehalten werden.

 

Verlängerte Landeanflüge

Nach dem neuen 10-Punkte-Programm fädeln landende Flugzeuge früher, bei mindestens sieben nautischen Meilen (12,9 km), statt wie bisher bei vier nautischen Meilen (7,4 km) auf den Endanflug ein. Bewohner von Volksdorf, Hoisbüttel und Ahrensburg werden dadurch weniger belastet und auch für die Gemeinden im Süden Stormarns ergeben sich keine wesentlichen Nachteile. Diese Regelung gilt auch für die drei anderen Anflugrichtungen und ab sofort.