Der Energieverbrauch am Hamburg Airport wird unter anderem durch die über 100 Gebäude bestimmt, von denen viele aufgrund ihrer Dimensionierung und Funktion sehr energieintensiv sind. Auch nachts ergibt sich ein hoher Energiebedarf, da Instandhaltungsmaßnahmen an Flugzeugen durchgeführt werden. Hinzu kommt der energieintensive Betrieb der Befeuerungsanlagen der Start- und Landebahnen, der Roll- und Taxiwege sowie der Vorfelder.

 

Im Jahr 2015 wurden durch das Blockheizkraftwerk und die Heizzentrale 90.754 MWh erzeugt. Wärme und etwa ein Drittel des vor Ort benötigten Stroms können dadurch selbst gedeckt werden. Es entstehen dabei jährlich rund 14.884 t CO2.

Durch die Flugzeugbewegungen werden am Hamburg Airport jährlich ca. 135.000 t CO2 emittiert. Darin enthalten sind Starts und Landungen bis zu einer Entfernung von ca. 5.200 m, das Fahren auf den Rollwegen und Vorfeldern sowie der Betrieb der Hilfstriebwerke.

 

Der Betrieb aller Bodenverkehrsdienste zur Flugzeugabfertigung ist ein weiterer Verursacher von CO2-Emissionen, die sich pro Jahr auf ca. 3.400 t belaufen.

Durch den landseitigen Verkehr vor den Terminals entstehen jährlich ca. 140.00 t CO2. Dieses beinhaltet die vollständigen jeweiligen An- und Abreisen.

 

Die Flughafen Hamburg GmbH kann lediglich auf Emissionen der stationären Quellen, des luftseitigen Verkehrs sowie teilweise des landseitigen Verkehrs direkten Einfluss nehmen.

Mobilitätskonzept 2020

Mobilitätskonzept 2020

Hamburg Airport mit „grüner“ Flotte

Im Sommer 2013 beschloss Hamburg Airport das „Mobilitätskonzept 2020“. Dieses sieht vor, dass jedes neu angeschaffte Fahrzeug am Hamburg Airport grundsätzlich mit einem alternativen und umweltfreundlichen Antriebssystem ausgestattet sein muss. Bis zum Jahr 2020 sollen über 50 Prozent des gesamten Fuhrparks alternativ angetrieben werden. Bei Standardfahrzeugen wie PKWs, Kleintransportern und Bussen ist sogar ein 100-prozentiger Austausch bis 2020 angestrebt. Konventionelle Varianten mit Diesel- oder Ottomotoren dürfen nur noch in begründeten Einzelfällen und bei Spezialmaschinen-bei denen der Markt keine wirtschaftlich und technisch vernünftige Alternativen bietet- zum Einsatz kommen. Durch die konsequente  Umsetzung vom „Mobilitätskonzept 2020“ wird die Umweltverträglichkeit der Bodenverkehrsdienste am Flughafen Hamburg signifikant verbessert.

Nutzen für Mensch und Umwelt:

Übergeordnetes Ziel des „Mobilitätskonzepts 2020“ ist die Reduktion der CO2-Emissionen. Über die CO2-Einsparung hinaus hat die Nutzung von alternativen Antrieben einen weiteren entscheidenden Vorteil: auch die Menge freigesetzter Feinstäube, Kohlenmonoxid, Stickoxide und Kohlenwasserstoffe wird drastisch verringert.

Unter diesem Aspekt trägt der Einsatz von alternativen Antrieben zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf dem Vorfeld bei und reduziert die vom Flughafen ausgehenden Luftschadstoffe. 

Zum heutigen Zeitpunkt beträgt der Anteil alternativ angetriebener Fahrzeuge im Fuhrpark rund 37%. Dies sind in Summe 149 Fahrzeuge, welche sich folgenden Kategorien zuordnen lassen:

 

PKW und leichte NFZ:  65 x Erdgas, 2 x LPG, 17 x Elektro, 1 x Brennstoffzelle, 1 x Plug-In Hybrid

LKW und Busse:  9 x Erdgas

Spezialfahrzeuge und Gepäckschlepper: 48 x Erdgas, 8 x Elektro

 

Diesel-Flotte

Aber nicht nur bei Strom-, Erdgas-, Hybrid-, und Brennstoffzellenantrieben ist Hamburg Airport innovativ: Für seinen dieselbetriebenen Fuhrpark kommt ein abfallstämmiger, aus nachwachsenden Rohstoffen synthetisch hergestellter Dieselkraftstoff zum Einsatz. Neben zahlreichen technischen Vorteilen bietet C.A.R.E.-Diesel vor allem deutliche Verbesserung für den Umwelt- und Arbeitsschutz.

Hamburg Airport ist weltweit der erste Flughafen, der mit diesem aus Rest- und Abfallstoffen hergestellten Treibstoff seine komplette Diesel-Flotte betreibt – vom Pushback-Fahrzeug bis zum Ziegler Z8 der Flughafenfeuerwehr.

Wasserstoffprojekt

Wasserstoffprojekt

Das Wasserstoffprojekt am Hamburg Airport

Das Projekt

 

Der Flughafen war mit seinem in sich geschlossenem Verkehrssystem ein ideales Testgelände für die beiden Fahrzeugtypen. Fahrabläufe wie z.B. häufiges Anfahren und Abbremsen oder auch längere Standzeiten gehören zum Alltag auf dem Flughafengelände. Dabei ist es wichtig, dass Material und Technik eine sehr hohe Belastbarkeit mit sich bringen. Der Fiat Doblo hatte im Wasserstoffbetrieb eine Reichweite von ca. 40 km.

 

Am Hamburg Airport wurden bereits Erdgas-, Flüssiggas und Elektrofahrzeuge als schadstoffarme Kraftstoffe eingesetzt. Um auch erste praktische Kenntnisse im täglichen Einsatz von Fahrzeugen mit Wasserstofftechnik zu erlangen, gab es seit Ende des Jahres 2006 ein Wasserstoffprojekt am Flughafen. Zum Einsatz kamen zwei Brennstoffzellen-Gepäckschlepper des Typs R 07-25 von STILL sowie ein Lieferwagen der Marke Fiat Doblo mit Wasserstoff-Verbrennungstechnik. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von Hamburger Hochschulen und der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg e.V.

 

Die Wasserstofftankstelle

 

In der Wasserstofftankstelle fand ein Kompressionsprozess statt, durch den der Wasserstoff von einem Druck von 200 bar auf etwa 420 bar erhöht wurde. Dies war notwendig, um die Fahrzeuge vollständig betanken zu können.

 

Der Wasserstoff wurde von Linde Gas in Gasflaschenbündeln angeliefert. Vier Bündel (à 12 Flaschen mit 50l) deckten  den Bedarf von ca. 1,5 Wochen ab. Da die brennstoffzellenbetriebenen Schlepper mit 350 bar und der Fiat Doblo mit 200 bar Betriebsdruck arbeiteten, waren zwei getrennte Zapfsysteme vorhanden.

 

Die gesamte Anlage wurde durch eine speicherprogrammierbare Steuerung kontrolliert, die sowohl eine automatisierte Betankung als auch größtmögliche Sicherheit gewährleistete.

 

Ein Betankungsvorgang dauerte maximal sieben Minuten.

 

Die Schlepper

 

Die Schlepper der Baureihe R 07-25 von STILL boten sehr gute Voraussetzungen für eine Umrüstung auf Wasserstoffantrieb. Die Brennstoffzelle nutzte das Volumen, welches normalerweise von der Traktionsbatterie beansprucht wurde.

Die Vorgaben für die Umrüstung waren streng, da keine leistungsmäßigen Einbußen oder funktionelle Einschränkungen durch Veränderung der Abmaße oder Bodenfreiheit zulässig. Auch die Bedienung sollte völlig analog zum Serienschlepper bleiben.

 

Mit der Brennstoffzelle wird die im Wasserstoff gespeicherte Energie durch einen elektrochemischen Prozess nutzbar gemacht: Wasserstoff und Luft werden zu Wasser umgesetzt, wobei elektrische Energie entsteht, die das Fahrzeug antreibt. Dieses Verfahren ist bis auf den zurückbleibenden Wasserdampf vollkommen abgasfrei.

 

Die beiden Schlepper wurden überwiegend für den Gepäcktransport zu und von den Flugzeugen eingesetzt. Es gehörten aber auch andere Transporte auf dem Vorfeld zu ihren Aufgaben.

 

Fiat Doblo

 

Der Minivan wurde von der Firma EDI Progetti in Pontera, Italien, auf einen bivalenten Antrieb umgerüstet und funktionierte folglich nach dem Prinzip der Wasserstoff-, als auch der Benzinverbrennung. Der Antriebsmodus wurde manuell ausgewählt. Der Fiat fuhr im Wasserstoffbetrieb bis auf einen minimalen Ausstoß an Stickoxiden ebenso abgasfrei wie die Schlepper.

 

Energieoffensive

Energiemanagement und Energieoffensiven

Energiemanagement am Flughafen Hamburg ist ein komplexes Thema, denn es berührt sehr verschiedene Aspekte des Flughafenbetriebs. Außerdem sind sehr  unterschiedliche Fachbereiche durch ihre Arbeit darin eingebunden. Am Flughafen Hamburg sind dies u.a. der Zentralbereich Umwelt (SU), die Liegenschaftsverwaltung (FR) sowie das interne Instandhaltungsunternehmen RMH.

Vom Standpunkte des betrieblichen Umweltschutzes bedeutet Energiemanagement am Hamburg Airport vor allem:

·         Den Einsatz von effizienter Technologie zu fördern und sinnvoll zu gestalten

·         Daten zum Energieverbrauch und zum Energiefluss zu sammeln, regelmäßig auszuwerten und darauf aufbauend Schwachpunkte (z.B. übermäßig hohe Energieverbraucher) zu identifizieren.

·         Alternative und umweltfreundliche Energieträger zu Nutzen und deren Effekte auszuwerten zu untersuchen

·         Die jährlich Erstellung von CO2-, bzw. von Energiebilanzen u.a. im Zusammenhang mit den Umweltprogrammen nach EMAS und ACA

·         Ziele zur Senkung des Energieverbrauchs zu definieren

·         Die eigenen Mitarbeiter und Geschäftspartner vor Ort zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Energie zu motivieren.

·         Neue Techniken und Ideen intern vorzustellen und voranzutreiben

·         Den Fahrzeugeinsatz gemeinsam mit u.a. GroundHandling durch Umstellung auf alternative Techniken mit einem möglichst hohen Umweltnutzen zu versehen.

Die genannten Punkte zeigen, dass Energiemanagement eng in der gesamten Unternehmensgruppe verzahnt ist. Außerdem wird deutlich, dass es sich dabei um einen kontinuierlichen, langfristigen Prozess handelt.

Regelmäßige interne Informationsveranstaltungen („Energietage“) dienen in diesem Zusammenhang dazu, neue Techniken und Ideen vorzustellen. Dieses können neue Beleuchtungssysteme, aber auch neue und umweltfreundliche Fahrzeuge mit alternativen Antriebssystemen (z.B. Erdgas, Wasserstoff, Strom) sein. Das Umweltprogramm, das die FHG im Rahmen ihres Umweltmanagement erstellt enthält immer auch verbindliche Ziele zur Reduktion des Energieverbrauchs. In die gleiche Richtung zielen auch Initiativen, unternehmensintern schnell wirksame Maßnahmen zur Energieeinsparung zu starten. Die für mehrere Jahre durchgeführt „Energieoffensive“ ist ein Beispiel dafür.

Der Erfolg des Energiemanagements zeigt sich darin, dass der Energieverbrauch am Standort in den vergangen Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist. Gleichzeitig wurden auch die  am Flughafen entstehenden Emissionsmengen an Treibhausgasen reduziert. Diese Erfolg soll durch weitere Anstrengungen für die Zukunft erhalten bleiben und ausgeweitet werden.

Thomas Bruns

Fluglärmtechnik, Emissionsmessung u. Simulation,Forschungsprojekte


Tel.: +49 (0)40 / 5075 - 2272

Fax: +49 (0)40 / 5075 - 1878

E-Mail: tbruns@ham.airport.de

Wolfgang Schümann

Fluglärmtechnik, Mobilität, Alternative Antriebe


Tel.: +49 (0)40 / 5075 - 3000

Fax: +49 (0)40 / 5075 - 1878

E-Mail: WSchuemann@ham.airport.de

Jan Eike Blohme-Hardegen

Stellvertretender Leiter des Zentralbereich Umwelt


Tel.: +49 (0)40 / 5075 - 2302

Fax: +49 (0)40 - 5075 - 1878

E-Mail: jhardegen@ham.airport.de