Drei Fragen an Udo Bradersen-Brenner, Umweltmanagementbeauftragter am Hamburg Airport

Umweltmanagement bedeutet, dass ein Unternehmen den eigenen Umweltschutz so effektiv und zielgerichtet wie möglich ausübt. Ein Beispiel dafür ist das „Mobilitätskonzept 2020“ von Hamburg Airport, dessen Ziel die konsequente Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe ist. Was darüber hinaus noch möglich ist und was man tun kann, damit Flughäfen sich auch auf internationaler Ebene noch wirksamer für den Klimaschutz einsetzen, haben wir Udo Bradersen-Brenner gefragt.

 

1. Was unternimmt Hamburg Airport außerdem in puncto Klimaschutz?

Die in unseren Gebäuden benötigte Energie ist für einen großen Teil unserer Treibhausgasemissionen verantwortlich. Vor diesem Hintergrund wird – vor allem durch die Bereiche Real Estate Management (Immobilienmanagement) und Real Estate Maintenance (Wartung und Instandhaltung der Anlagen) – die Energieeffizienz der Gebäude laufend verbessert. Um dieses zu erreichen, wurden und werden bislang umfangreiche Veränderungen im Energiemanagement und der Gebäudetechnik vorangetrieben: Umstellung der Gebäudeklimatisierung, um alte und ineffiziente Klimaanlagen außer Betrieb zu nehmen; verbesserte Anpassung der Gebäude-Luftzufuhr an den tatsächlichen Luftbedarf; Austausch von Leuchtmitteln und vieles mehr. Insgesamt führten diese Maßnahmen bereits zu deutlichen Rückgängen unserer jährlichen Emissionsmengen.

 

2. Ist es vorstellbar, dass in naher Zukunft alle Fahrzeuge am Hamburg Airport auf alternative Antriebe umgestellt sein werden?

Dieses gibt der Markt leider noch nicht her. In vielen Fällen werden die benötigten Fahrzeuge auf Basis alternativer Antriebe gar nicht oder zu wirtschaftlich nicht vertretbaren Preisen angeboten. Vor diesem Hintergrund legt das Mobilitätskonzept auch seinen Schwerpunkt auf sogenannte Standard-Fahrzeuge, bei denen die (alternative) Antriebstechnik aufgrund der Massentauglichkeit bereits ausgereift ist. Hier ist eine vollständige Umstellung bis zum Jahre 2020 angestrebt. Bei flughafentypischen Spezialfahrzeugen wie Push Backs oder Enteisungsfahrzeuge muss in jedem Einzelfall eine Prüfung der Marktverfügbarkeit und insbesondere der Anforderungen des Flughafens erfolgen. Bei vergleichbaren Angeboten von konventionellen und alternativen Varianten wird die Kaufentscheidung immer zugunsten alternativer Antriebe ausfallen.

 

3. Was kann man tun, damit Flughäfen sich auch auf internationaler Ebene noch wirksamer für den Klimaschutz einsetzen?

Eine gute Frage. Theoretisch sind dem keine Grenzen gesetzt. Letztlich sind es jedoch die umsetzbaren und praktikablen Maßnahmen, die zählen. Zunächst muss beispielsweise der bisher geleistete Einsatz der Flughäfen, der durchaus hoch ist, dann entsprechend breit kommuniziert werden. Dies ist zwar schon der Fall, kann aber durchaus noch ausgeweitet werden. Auch eine Abstimmung mit den Klimaschutzbemühungen anderer Industriezweige oder Transportsektoren wäre denkbar. Hier wäre auch die Politik gefordert, dafür den geeigneten Rahmen zu schaffen. „International“ würde bedeuten, die Zusammenarbeit mit anderen Flughäfen, Airlines usw. auszuweiten, um gemeinsame Beiträge zur Reduzierung von Emissionen zu entwickeln. Da die Luftfahrtindustrie eine Hochtechnologiebranche ist, müssten – u. a. über die EU – weitere Entwicklungsprogramme bei Flugzeugtechnik, Fahrzeugtechnik und Gebäudetechnik ausgelöst und finanziell gefördert werden. Kurz gesagt, in vielen Fällen müssen die Kommunikationsmöglichkeiten verbessert und genutzt werden. Fachlich können Flughäfen bereits heute einen wichtigen und innovativen Beitrag leisten.