Der Leiter des Amts für Verkehr in den 1950ern
Einen wichtigen Zukunftsfaktor für Arbeit und Wohlstand in Hamburg sieht Amtsleiter Helmut Schmidt in einem attraktiven, wettbewerbsfähigen Hamburger Flughafen. Als Verkehrsexperte in der Hamburger Politik stellt Helmut Schmidt in den frühen 1950ern die Weichen für den Aufbau des Luftfahrtstandorts Hamburg. Zentrale Aufgabe: die Ansiedlung der Werft einer nach der Wiedererlangung der Lufthoheit neu zu gründenden deutschen Fluggesellschaft.

Rund 60 Jahre später, zum 100. Geburtstag des Hamburger Flughafens 2011, erinnert er sich in einem Interview: „Ich war damals Leiter des Amtes für Verkehr, und außer dem Hafen und den Freudenhäusern gehörte alles andere mir. Mitgewirkt bei diesem Angebot haben natürlich unser Bürgermeister Max Brauer und andere, und was dabei herauskam, ist bekannt: die Lufthansa-Technik-Basis, die auf dem Gelände einer Ex-Pferderennbahn am Flughafen Hamburg rechtzeitig zur Flugbetriebsaufnahme der nach dem Krieg neu gegründeten Deutschen Lufthansa fertig geworden war und zu einer der tragenden drei Säulen der Luftfahrtmetropole im Norden wurde.“

Am 2. Dezember 1953 wird der Mietvertrag mit der Flughafengesellschaft geschlossen, eine große Wartungs- und Überholungshalle gebaut. Es ist der Grundstein für die heutige Lufthansa Technik und den Luftfahrtstandort Hamburg.

 

Technische Basis sichert Arbeitsplätze
Als Amtsleiter setzte sich Schmidt dafür ein, dass Hamburg der nach dem Zweiten Weltkrieg neu zu gründenden Deutschen Lufthansa und ihrer technischen Basis einen geeigneten Standort zur Verfügung stellen kann. Wichtige Entscheidung dabei: Der Bau eines großen Flugzeughangars und weitere Voraussetzungen für einen umfangreichen Wartungsbetrieb. Aus der Lufthansa-Werft ist inzwischen die Lufthansa Technik AG geworden.

 

Von Hamburg in die Welt
In den folgenden Jahren entwickelt sich der Hamburger Flughafen zu einem Drehkreuz für den Transatlantikverkehr. Lufthansa flog ab 1956 beispielsweise auf der Strecke Hamburg-Düsseldorf/Frankfurt-Paris-Dakar-Rio de Janeiro-São Paulo-Buenos Aires. Symbol dieser Zeit ist sicher die Lockheed Super Constellation, mit der die Airlines damals ihre Langstrecken, meist mit mehreren Zwischenstopps, absolvierten. Als Anfang der 1960er mit der Boeing 707 das Jet-Zeitalter eingeläutet wurde, war beispielsweise die legendäre Pan Am mit diesem Flugzeug auf der Strecke Kopenhagen-Hamburg-London-New York ein häufiger Gast. Air France führt die erste Langstrecke von Paris über Hamburg bis nach Tokio über den Nordpol ein.

 

Der Luftfahrtstandort heute
Was in den 1950ern mit der Ansiedlung eines Wartungsbetriebs am Hamburger Flughafen begann, ist zu einem der Standorte der zivilen Luftfahrtindustrie weltweit angewachsen. Insgesamt arbeiten hier mehr als 40.000 hochqualifizierte Fachkräfte, deren Kompetenzen den gesamten Lebenszyklus eines Flugzeuges abdecken: der Entwicklung, Herstellung und Montage, Wartung, Reparatur und Überholung bis hin zum Recycling. Neben den beiden Branchenriesen Airbus und Lufthansa Technik sowie dem Flughafen Hamburg tragen heute über 300 kleine und mittelständische Unternehmen sowie vielfältige technologisch-wissenschaftliche Institutionen zum Luftfahrt-Know-how in der Hansestadt bei.

http://www.hamburg-aviation.de/de/ueber-uns/standort.html