Drei Fragen an ... die Fluglärmschutzbeauftragte

Dr. Gudrun Pieroh-Joußen ist Hamburgs Fluglärmschutzbeauftragte. Wir haben sie gefragt, wie sie die jetzt beschlossene Regelung zum Fluglärmschutz in Hamburg bewertet.

 

  

Welches sind die wichtigsten Ergebnisse der kürzlich vom Hamburger Senat beschlossenen Regelung?

 

Dr. Gudrun Pieroh-Joußen:

Der Endanflug auf den Hamburger Flughafen wird von 4 Nautische Meilen (7,4 Kilometer) auf 7 Nautische Meilen (12,9 Kilometer) verlängert. Mit dieser Regelung wird der Nordosten von Hamburg entlastet, ohne die Umlandgemeinden in Schleswig-Holstein zusätzlich zu belasten.  Die Flughöhe in der Kontrollzone, die in einer Breite von 3 Nautische Meilen (5,6 Kilometer) entlang der Endanfluglinie verläuft, wird um zirka 150 Meter angehoben. Das führt zu einer Lärmreduzierung in Ahrensburg.

 

Die ab 15. Januar 2015 geltende Entgeltordnung des Flughafens sieht Erhöhungen der Gebühren für die lauteren Flugzeuge vor. Die Zuschläge der Entgelte für Flugbewegungen nach 22 Uhr werden von 100 Prozent auf 150 Prozent  und nach 23 Uhr von 200 Prozent auf 300 Prozent erhöht. Ich gehe davon aus, dass diese Regelungen der Entgeltordnung zu einer Verringerung der Verspätungszahlen führen werden.

 

Die Lufthansa wird ab Herbst 2015 den leiseren Airbus A320neo in Hamburg einsetzen. Auch das wird zu einer Verringerung der Fluglärmbelastung führen.

Die Fluglärmschutzkommission hat probeweise eine Bürgerfragestunde eingeführt, die gut besucht wird. Die Erhöhung der Transparenz hat bei dem wichtigen Thema des Fluglärmschutzes große Bedeutung.

 

Wie kann eine Balance zwischen den Wünschen der Anwohner in Hamburg und in Schleswig-Holstein erreicht werden?

 

Dr. Gudrun Pieroh-Joußen:

Die künftige Regelung des Endanflugs von 7 Nautischen Meilen ist eine Balance zwischen den Wünschen der Anwohner in Hamburg und in Schleswig-Holstein. Änderungen im Flugverkehr werden in der Fluglärmschutzkommission besprochen. Dabei ist ein wesentlicher Aspekt, dass Gemeinden in Schleswig Holstein nicht zusätzlich belastet werden sollen. Bei den Regelungen werden die Belange der Bürger in Hamburg ebenso wie die der Bürger in Schleswig-Holstein betrachtet.

 

Hamburg Airport wird ab Januar 2015 die Verspätungsgründe für jeden einzelnen Flug zwischen 23 und 24 Uhr auflisten und auswerten. Was versprechen Sie sich davon?

 

Dr. Gudrun Pieroh-Joußen:

Die Anzahl der Verspätungen war in den letzten Jahren stets rückläufig. Im ersten Halbjahr dieses Jahres ist die Zahl der Verspätungen leicht gestiegen. Um diese Zahl genauer zu betrachten und die Ursachen analysieren zu können, wird der Flughafen ab Januar 2015 die Verspätungsgründe für jeden einzelnen Flug auflisten und auswerten. Dadurch werden die Zahlen der nächsten Jahre besser vergleichbar, und es kann im Vorwege den Verspätungen besser entgegengesteuert werden.