Stößt die Luftfahrtindustrie an ihre Grenzen?

Die Zukunft der Branche ist Thema der Hamburg Aviation Conference

08.01.2013 -

Turbulente Zeiten erlebt die Luftfahrtbranche derzeit. Viele Airlines sind ins Straucheln geraten. Das gilt auch für traditionsreiche Airlines, von denen einige ihren Flugbetrieb einstellen mussten. Viele der Top-Fluggesellschaften suchen nach neuen Geschäftsmodellen, um wirtschaftlich bleiben zu können. Hohe Kerosinpreise und zusätzliche Abgaben belasten die Unternehmen. Gleichzeitig erlebt die internationale Luftfahrt eine so starke Nachfrage wie noch nie zuvor. Der Wunsch nach Mobilität steigt überall auf der Welt an. Insbesondere die Schwellenländer in Asien sind ein Wachstumsmarkt für den Luftverkehr. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen Passagiere stark gewandelt: Sie setzen individualisierte Angebote seitens der Fluggesellschaften voraus und zeigen eine zunehmende Preissensibilität.



Druck durch Low Cost Airlines
„Der Aufstieg der Low Cost Airline hat großen Druck auf traditionelle Fluggesellschaften ausgeübt, sich entweder anzupassen oder zu sterben“, sagt Montie Brewer, Mitglied im Board of Directors der Fluggesellschaft Aer Lingus sowie im Konferenzbeirat der Hamburg Aviation Conference. „Und es gibt eine Menge Anpassung und jede Menge Druck zu Veränderungen.“
Mit Hilfe von Luftfahrtexperten und branchenfremden Vordenkern gehen die rund 200 Teilnehmer der Hamburg Aviation Conference der Frage nach, ob die Luftverkehrswirtschaft in ihrer derzeitigen Struktur ihre Grenzen erreicht hat und welche Wege die Unternehmen einschlagen müssen, um auch künftig profitabel zu sein.



Internetunternehmen bedrohen Kundenbeziehungen
Auf der Konferenz beleuchten Experten, wie die Luftfahrtunternehmen alte Strukturen aufbrechen und neue Wege einschlagen können. Eine entscheidende Rolle nimmt dabei die wachsende Rolle der mobilen Kommunikation für die Beziehung zwischen Airlines und Passagieren ein. „Wenn eine Airline nicht über Wege verfügt, ihre Online-Beziehung zu ihren Kunden auch über mobile Geräte zu pflegen, dann wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit diese Kunden verlieren“, sagt Montie Brewer. „Die Fluggesellschaften kämpfen bereits seit geraumer Zeit damit, die Hoheit über ihre Kundenbeziehungen zu behalten. Für sie liegt die Herausforderung darin, die Kunden zuerst zu binden und sie sich nicht durch andere Unternehmen wegnehmen zu lassen.“
Der erfahrene Airline-Manager und ehemalige Präsident von Air Canada sieht die europäische Luftfahrtindustrie durch das Wachsen des Anteils der Low-Cost-Airlines an einem Scheideweg: „Sie sollte aus den Fehlern lernen, die in den USA und auch in anderen Branchen gemacht wurden.“



Erfahrene Manager sprechen auf der Konferenz
Als Redner auf Hamburg Aviation Conference werden dieses Jahr u. a. erwartet: Christoph Müller, CEO der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus, Rachel Kentleton, Head of Investor Relations bei Easy Jet, Dr. Mairead Brady, Dozentin an der School of Business, Trinity College Dublin, und Jeffrey O’Rourke, CEO von Ink, einem der größten Verlage für Bordmagazine.  Außerdem werden u. a. Vertreter von Google Travel und Marks & Spencer erwartet, die einen branchenübergreifenden Blick präsentieren.
Die Luftfahrttagung findet vom 13. bis 15. Februar 2013 im Hotel Sofitel Alter Wall statt. Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch, Simultanübersetzung ist vorhanden. Die Hamburg Aviation Conference findet seit 1999 jährlich statt. Hamburg Airport zeichnet für die Konferenz verantwortlich.