Kopenhagen macht glücklich

Unsere dänischen Nachbarn gehören laut einer UN-Untersuchung seit Jahren zu den glücklichsten Menschen der Welt. Das klingt so positiv, dass es Zeit wird, der dänischen Hauptstadt Kopenhagen (mal wieder) einen Besuch abzustatten. Zwischen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, Kultur und dänischem Lifestyle lässt sich bestimmt an diesem Glück teilhaben.

Von Hamburg aus ist Kopenhagen nur einen sprichwörtlichen Katzensprung entfernt – nach 50 Minuten Flug ist man bereits angekommen. Die Fahrt mit der Metro in die Stadt dauert ebenfalls nicht lang, und wenn die Unterkunft bezogen ist, kann es mit einem ersten Rundgang losgehen. Kopenhagen bietet moderne Architektur neben historischen Palästen, einen Hafen gesäumt mit schmucken bunten Häusern, natürlich den Tivoli und zahlreiche Museen. Gute Restaurants sorgen fürs leibliche Wohl, und wer abends noch Energie übrig hat, taucht ein ins kulturelle Programm der Stadt.

 

Das royale Kopenhagen

Die dänische Monarchie gehört zu den ältesten der Welt: Königin Margarete II. kann ihre Vorfahren über 1.000 Jahre bis zu Harald Blauzahn zurückverfolgen, dem ersten König des vereinigten Dänemarks. Dessen große Leistung, die kriegerischen Fürsten der Wikinger zu einem Königreich zu einen, wurde in den 1990er Jahren geehrt: Der uns bekannte Funkstandard Bluetooth (= engl. „Blauzahn“) wurde nach ihm benannt, seine Initialen H und B wurden in Form von Runen in das Logo integriert.

Die königliche Familie erfreut sich heute großer Beliebtheit, nicht zuletzt, weil sie sich in vielen Bereichen engagiert. In gleich mehreren historischen Palästen ist die royale Geschichte Dänemarks in Kopenhagen sichtbar. So zum Beispiel in Schloss Amalienborg, dem prachtvollen Rokokopalast und der ehemaligen Winterresidenz der königlichen Familie aus dem 17. Jahrhundert. Heute ist Schloss Amalienborg der Wohnsitz von Königin Margarethe II. und ihrer Familie. Ist die dänische Flagge gehisst, bedeutet dies, dass sie zu Hause ist. Aber auch wenn sie nicht hier weilt, ist die tägliche Wachablösung der Leibgarde ein beliebtes Ereignis für Besucher. Man sollte sich hierfür gegen 11:30 Uhr einfinden, um dies miterleben zu können, und kann der Leibgarde dann durch die Stadt bis zu Schloss Rosenborg folgen. Das über 400 Jahre alte Schloss Rosenborg ist Aufbewahrungsort für die Kronjuwelen und kann ebenfalls besichtigt werden.

Schloss Christiansborg wird heute zu Teilen von der Königin genutzt, ist zugleich aber auch Sitz des dänischen Parlaments und des Premierministers. Besuchern stehen die beeindruckenden Audienzräume, die Palastküche und Stallungen für Besichtigungen offen. Und etwas vor den Toren der Stadt liegt Schloss Kronborg, einst der Ort, an dem Shakespeare seinen „Hamlet“ verortete, heute UNESCO Welterbe und ebenfalls zu besichtigen.

 

Kopenhagen vom Wasser aus erkunden

Kopenhagen liegt nicht nur direkt am Meer, sondern ist auch von zahlreichen Kanälen durchzogen. So lässt sich die Stadt bei einer der zahlreich angebotenen Kanalfahrten oder mit den Hafenfähren vom Wasser aus erkunden. Das neue Kopenhagener Schauspielhaus und die neue Königliche Oper etwa sind Zeugnisse moderner Architektur und von der Wasserseite besonders gut zu betrachten. Unweit der Oper gelegen ist der Stadtteil Christianshavn mit seinen vielen Cafés und Hausbooten sowie der umstrittenen alternativen Wohnsiedlung „Freistadt Christiana“. Ebenfalls in Christianshavn findet sich der relativ neue, große Streetfoodmarkt Reffen. Auf rund 6.000 Quadratmetern gibt es hier erstklassiges Streetfood aus mehr als 40 Ländern. Hier lohnt sich ein Stopp, um die Energiespeicher wieder aufzufüllen. Gut gestärkt geht es von hier aus weiter auf die gegenüberliegende Seite des Kanals, um das Wahrzeichen von Kopenhagen, die Kleine Meerjungfrau, zu sehen. Die Bronzefigur, die auf einem Findling sitzt, wurde nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen geschaffen.

 

Historisches Amüsierviertel Nyhavn

Ebenfalls auf der gegenüberliegenden Seite von Christianshavn, in unmittelbarer Nähe des Schauspielhauses gelegen, ist der pittoreske Nyhavn. Mit seinen bunten Häusern, die den Kanal säumen, und den alten Traditionsschiffen am Kai ist Nyhavn vielleicht eines der bekanntesten Kopenhagener Fotomotive. Ursprünglich als kleiner Handelshafen konzipiert, wurde das Areal bald zum Unterhaltungsviertel für Seeleute. Auch Hans Christian Andersen lebte hier viele Jahre und schrieb einige seiner bekannten Märchen. Das ehemals etwas fragwürdige Amüsierviertel hat sich gemausert. Inzwischen gibt es hier anstelle von Seemannsspelunken erstklassige Jazzmusik am Kai und Restaurants mit zum Teil gehobener Küche, die die am Kanal entlangführende Fußgängerzone im Sommer gerne mit ihren Außenplätzen bestücken und das Viertel damit zum beliebten Treffpunkt machen. 

 

Gang auf den Runden Turm

Der Runde Turm aus dem 17. Jahrhundert war ursprünglich Observatorium für Astronomen und ist heute mit seiner Außenplattform in 36 Metern Höhe vor allem ein fantastischer Aussichtspunkt mit Rundumblick über die Kopenhagener Altstadt. Der Weg hinauf führt am ehemaligen Bibliothekssaal der Universität vorbei, hier stand früher der gesamte Buchbestand der Uni. Heute wird der Saal für Ausstellungen genutzt. Da die Bücher einst mit Pferdewagen hinauf oder hinunter transportiert wurden, führt hier keine Treppe nach oben, sondern ein breiter, spiralförmiger Gang.

 

Kunst und Design

Kopenhagen ist mit rund 600.000 Einwohnern eine eher kleine Metropole, dennoch haben sich hier viele Design-Shops bekannter und weniger bekannter Marken und Designer angesiedelt. Entlang der Einkaufsstraße Strøget etwa findet man das traditionsreichen Kaufhaus Illum Bolighus oder das Porzellanhaus Royal Copenhagen. Junges Design gibt es zum Beispiel bei Design Zoo oder Mumuland. Wer sich für die Geschichte von dänischem Design interessiert, geht am besten ins Design Museum. Und wer sich nach dem Museumsbesuch ein wenig erholen will, holt sich im Museumscafé einen Kaffee und streift anschließend durch den angrenzenden Park.

Ein weiteres Museum, das unbedingt einen Besuch wert ist, ist das Louisiana Museum of Modern Art. Es ist zwar ein bisschen außerhalb der Stadt gelegen, aber besticht zum einen durch seine besondere Architektur, zum anderen durch die herausragende Sammlung moderner Kunst. Es gilt mit über 3.000 Kunstwerken als das bedeutendste Museum für moderne Kunst in Dänemark. Die Gebäude wurden von verschiedenen Architekten gestaltet und die darum herumliegenden gestalteten Garten- und Parkanlagen gehören mit ihren Skulpturen zum Gesamtkomplex dazu.

 

Unterwegs mit der Familie

Städtereisen lassen sich heutzutage sehr gut mit Kindern machen, vorausgesetzt, man passt das Programm an die Bedürfnisse der Kinder an. In Kopenhagen gibt es dafür zahlreiche Möglichkeiten. Viele Parks und Spielplätze laden zu Verschnaufpausen zwischen Besichtigungen ein. Spaß und Unterhaltung bietet natürlich der Tivoli Vergnügungspark, der wohl Walt Disney zum Vorbild für sein Disneyland wurde. Bakken, der zweite Freizeitpark der Stadt, liegt mit seinen zahlreichen Fahrgeschäften etwas außerhalb direkt neben einem Natur- und Wildpark, der seit 2015 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Und der Kopenhagener Zoo ist weit über die Grenzen Dänemarks bekannt und natürlich auf den Besuch von Kindern eingerichtet.

Aber auch viele Museen haben sich auf kleine Besucher eingestellt und bieten extra zugeschnittene Programme an. Das Staatliche Museum für Kunst beispielsweise beherbergt eine eigene „Werkstatt“, hier können Eltern und Kinder Pinsel geschwungen und es darf gewerkelt werden. Mit Stift und Papier bewaffnet entstehen im Zeichensaal Kopien alter Werke oder Eigenkreationen von malbegeisterten Kindern, während die Eltern sich vielleicht in Ruhe die Ausstellung von Gemälden der Renaissance bis heute ansehen können.

„Wissenschaft zum Anfassen“ ist das Konzept vom Experimentarium Kopenhagen in Christianshavn. Hier gibt es Antworten auf Fragen, wie die zur Entstehung von Seifenblasen oder ob Licht auch Geräusche macht. Zahllose Experimente wollen ausprobiert werden und sorgen für staunende Gesichter bei Jung und Alt.

 

Was sonst noch los ist

In diesem Jahr gibt es einige Veranstaltungen in Kopenhagen, deren Besuch sich für den einen oder anderen einzuplanen lohnt. Hier nur ein paar Beispiele: Königin Margarethe II. wird am 16. April 80 Jahre alt und wer mag, reiht sich in die Zuschauermenge ein, wenn sie mit der Kutsche von Schloss Amalienborg zum Rathaus fährt. 2020 ist außerdem Deutsch-Dänisches Kulturelles Freundschaftsjahr. In diesem Rahmen gibt es das ganze Jahr über wechselnde Veranstaltungen. Im Mai stehen die Zeichen auf Bier während der Copenhagen Beer Week, bei der sich über 30 Brauereien, Bars und Biermarken engagieren. Im Juni werden die UEFA-Europameisterschaften ausgetragen, vier Spiele davon in Kopenhagen. Wer keine Tickets mehr bekommt, kann sich beim Public Viewing unter das internationale Publikum mischen. Und im Juli kommen Jazzliebhaber aus aller Welt zum Copenhagen Jazz Festival. Einer der Headliner in diesem Jahr ist Herbie Hancock.

 

Zum Abschluss ein paar praktische Hinweise

Kopenhagen ist ein teures Pflaster. Unter anderem deshalb, weil der Mehrwertsteuersatz bei 25 Prozent liegt. Einen ermäßigten Steuersatz für Lebensmittel wie bei uns gibt es nicht. Hinzu kommt, dass in Dänemark mit dänischen Kronen gezahlt wird, das Umrechnen mit dem Faktor 7,5 als Faustformel (1 Euro entspricht ungefähr 7,5 Dänischen Kronen) kann manchmal etwas mühsam sein. Sofern Geld vom Automaten geholt wird, empfiehlt sich, dies in größeren Beträgen zu tun, da jede Transaktion eine Gebühr kostet. Und die Abhebung unbedingt in DKK (Dänischen Kronen) ausführen lassen, nicht in Euro! In Dänemark kann man aber fast überall bequem mit EC- oder Kreditkarte zahlen.

Sparen können Reisende zum Beispiel mit Mehrtageskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel. Ebenso gibt es Sightseeingpässe, die sowohl Fahrkarte als auch Eintritt in bestimmte Attraktionen enthalten. Es lohnt sich daher, im Vorfeld zu überlegen, was man sich ansehen möchte und welches Ticket geeignet wäre.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man in Kopenhagen gut von A nach B. Aber Kopenhagen ist auch eine sehr fahrradfreundliche Stadt. Das Radwegenetz ist sehr gut ausgebaut mit rund 400km Länge und eigenen Fahrradampeln. Wer sich die Stadt erstrampeln möchte, kann sich bequem an einer der zahlreichen Stationen Leihfahrräder mieten.

Trinkgelder sind in Dänemark nicht üblich, ein Serviceentgelt in Höhe von 15 Prozent ist in der Rechnung einkalkuliert. Wenn man im Restaurant jedoch den Betrag aufrundet, liegt man auch nicht falsch. Ganz wichtig ist jedoch immer ein freundliches „Tak“ (= dän. „Danke“). Aber das sollte eigentlich eh selbstverständlich sein!

 

Hamburg – Kopenhagen

Abflug in Hamburg

Ankunft in Kopenhagen

Mo / Fr

20:50 / 10:50

21:45 / 11:45

Abflug in Kopenhagen

Ankunft in Hamburg

Mo / Fr

19:20 / 09:20

20:10 /10:10

Alle Zeitangaben sind Ortszeiten. Änderungen vorbehalten. Buchbar sind die Flüge auf der Website von Norwegian oder im Reisebüro.

 

Unsere Highlights:



Streedfoodmarkt Reffen

Auf insgesamt 6.000 Quadratmetern tummeln sich Streetfood-Anbieter aus über 40 Ländern und bieten von Burgern bis verganen Menüs alles, was die Streetfood-Palette hergibt. Dazu haben sich junge Designer in Containern ihre Werkstatt eingerichtet, um dort ihre Produkte zu fertigen und zu verkaufen. Und auf dem Freigelände des Marktes darf sich die Kreativszene der Stadt austoben. Das Ganze erfolgt unter dem Motto der Nachhaltigkeit und ist einen Besuch wert.

Dänisches Design shoppen

Dänisches Design ist mit seinen klaren Linien, seiner Funktionalität und seiner Zeitlosigkeit längst weltberühmt. Im Stadtteil Bredgade finden sich zahlreiche Antiquitätenläden, Boutiquen und Möbelgeschäfte, in denen manch Klassiker zu finden sind. Wer aktuelle dänische Designermode sucht, wird an der Kronprinsengade fündig.

 

Smørrebrød

Bereits in fünfter Generation bereitet Ida Davidsen mit ihrem Team in Kopenhagen leckere Smørrebrød zu. Nicht ganz billig, aber die Auswahl ist groß und die Zutaten frisch, der Besuch lohnt sich. Eine Tischreservierung ist aufgrund der hohen Besucherzahlen empfehlenswert.

Jazz in Kopenhagen

Einmal jährlich kommen Jazzfreunde zum Copenhagen Jazz Festival zusammen, zu dem sich in diesem Jahr auch Jazzlegende Herbie Hancock angekündigt hat. Aber auch abseits des Festivals kommen Jazzfreunde das ganze Jahr über in den vielen, wirklich guten Jazzclubs der Stadt auf ihre Kosten.