Mailand – Metropole mit Flair

Wer an Mailand denkt, dem kommt Mode in den Sinn. Zweimal im Jahr dreht sich in Mailand tatsächlich alles um die wichtigen Fashion-Events der Stadt. Aber Mailand ist viel mehr. Die zweitgrößte Stadt Italiens, zu deren Entwicklung einst Leonardo da Vinci entscheidend beigetragen hat, bietet Kunst, Kultur und Dolce Vita. 

 

Ein Muss für jeden Besucher in Mailand ist natürlich der Dom, denn er ist ein Meisterwerk europäischer Baukunst. Vor allem im Sonnenlicht strahlt die Kathedrale aus weißem Marmor, deren Bau im Jahr 1387 auf Betreiben des damaligen norditalienischen Fürsten Gian Galeazzi Visconti begann. Neben der reich verzierten Fassade und vielen hundert Skulpturen beeindrucken auch die zum Teil bereits im 14. Jahrhundert entstandenen großformatigen Glasfenster. Der Marmor, mit dem der Bau verkleidet wurde, kam aus einem Steinbruch beim Lago Maggiore und wurde auf Wasserwegen nach Mailand gebracht. Italienische, französische und deutsche, später aber vor allem lombardische Baumeister aus der Region wirkten am Bau einer der größten Kathedralen der Welt mit. 

 

Eingeweiht wurde der Dom im 16. Jahrhundert, aber fertiggestellt war er zu diesem Zeitpunkt keinesfalls. Auf Betreiben Napoleons, der sich im Mailänder Dom zum König von Italien krönen ließ, wurde die Fertigstellung forciert, die barock-neugotische Fassade vollendet. Der Fußboden des Doms wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts fertig und zu den unzähligen Steinfiguren des Doms kommen auch in neuerer Zeit immer noch welche hinzu. 

 

Eine Besonderheit des Doms ist das begehbare Dach. Auch wenn man vielleicht vor dem Aufgang eine gewisse Wartezeit in Kauf nehmen muss, sollten Besucher sich das nicht entgehen lassen. Bei klarer Sicht reicht der Blick von hier oben bis zu den Alpen, und neben dem beeindruckenden Inneren der Kathedrale kann die hohe Steinmetzkunst auch hier oben ausgiebig bewundert werden. 

 

Galleria Vittorio Emanuele II

Unmittelbar neben dem Dom gelegen ist die Galleria Vittorio Emanuele II, vielleicht eine der elegantesten Einkaufspassagen, die es gibt. Benannt nach dem damaligen italienischen König wurde sie ab 1865 erbaut und beeindruckt seither mit ihrer Deckenkonstruktion aus Glas und Stahl sowie der großen Kuppel im Zentrum. Wer ein bisschen vom Trubel in der Stadt verschnaufen möchte, kann diesen Anblick in einem der eleganten Cafés genießen. Allerdings hat der Kaffee seinen Preis – zusätzlich zum üblichen Servicezuschlag für die Bewirtung am Tisch bezahlt man hier auch für das Ambiente. Wenn die Urlaubskasse es hergibt, ist es allerdings trotzdem zu empfehlen.



Weltberühmter Aperitif

Als die Galleria Vittorio Emanuele II im Jahr 1867 eröffnete, war ein gewisser Gaspare Campari einer der ersten Mieter und eröffnete ein Restaurant mit Bar an der Ecke zum Domplatz. Wenige Jahre zuvor hatte er bereits seinen weltberühmten Kräuter-Bitter „Campari“ erfunden. Heute ist der Campari-Soda eine der bekanntesten Likörmarken der Welt und auch eine Campari-Bar gibt es an dieser Stelle bis heute.  

 

Den Aperitif als solchen kannten bereits die alten Römer, von denen man auch in Mailand zahlreiche Spuren findet. So gab es wie im alten Rom auch in „Mediolanum“ (römischer Name für Mailand) ein „Forum“. Vom „Circus Mediolanum“ übriggeblieben ist ein Turm, der als Glockenturm der Kirche San Maurizio Maggiore bis heute steht. Unterhalb der Mailänder Börse finden sich Überreste eines 2.000 Jahre alten Theaters. Zudem gab damals auch ein Amphitheater in Mailand.

 

Das letzte Abendmahl

Ebenfalls zur Zeit der alten Römer fand laut Überlieferung das letzte Abendmahl Jesu‘ mit seinen Jüngern statt. Das bedeutende Gemälde Leonardo da Vincis mit gleichem Namen ist in Mailand im Refektorium der Kirche Santa Maria delle Grazie zu sehen. Hierfür ist es dringend angeraten, im Vorfeld die Eintrittskarten zu organisieren, denn die Besucherzahlen sind limitiert und naturgemäß ist die Besichtigung des Gemäldes begehrt.

 

Leonardo da Vinci, dessen Todestag sich 2019 zum 500. Mal jährte, hat für die Stadt Mailand große Bedeutung. Nach Mailand berufen wurde er vom Mailänder Herzog Ludovico Sforza (genannt „il Moro“ = der Dunkle). Ursprünglich ging es nur um die Umsetzung eines Reitermonuments. Letztlich war Leonardo insgesamt 25 Jahre für den Herzog tätig: als Künstler und als Organisator von Hofzeremonien und Festivitäten. In Mailand entstanden neben „Das letzte Abendmahl“ weitere seiner bedeutenden Werke. So sind im Castello Sforzesco nach mehrjähriger Restaurierung die Fresken von Leonardo im Sala delle Asse wieder zu besichtigen. 

 

Man bezeichnet Leonardo da Vinci zu Recht als Universalgenie der Renaissance. Er war nicht nur Künstler, sondern auch Wissenschaftler diverser Disziplinen. So setzte er sich im „Codex Atlanticus“ mit Mechanik, Mathematik, Astronomie, Physik, Chemie und Architektur auseinander. Die weltweit größte Sammlung seiner Skizzen aus dem Codex sind in der Pinakothek Mailands zu sehen. Seine Maßnahmen zum Ausbau des Kanalsystems von Mailand, den Navigli, sowie zur Einführung einer Müllabfuhr trugen wesentlich zur Stadtentwicklung bei.

Das Kanalsystem Mailands

Die Entwicklung der Stadt Mailand zur norditalienischen Metropole ist untrennbar verbunden mit den Navigli. Dahinter verbirgt sich ein ausgeklügeltes Kanal- und Wasserstraßensystem, das seit dem 12. Jahrhundert entstand und von Leonardo da Vinci im 15. Jahrhundert entscheidend ausgebaut wurde. Es verband die Stadt mit der gesamten Region und darüber hinaus bis an die Adria. An den Kanälen angesiedelte Mühlen und andere Gewerke halfen beim industriellen Aufstieg der Stadt. Die Wasserwege waren vor allem aber natürlich Transportweg für Waren und Güter. Wie eben für den Marmor des Mailänder Doms.

 

War die Stadt einst von Kanälen durchzogen wie Amsterdam oder Venedig, sind in Mailand heute die meisten Kanäle zugeschüttet und überbaut. Erhalten geblieben sind der Naviglio Martesana im Nordosten der Stadt und das Navigli-Viertel mit seinen zwei Kanälen und einem Hafenbecken südwestlich des Zentrums. 

Naviglio Martesana

Entlang des Naviglio Martesana gibt es heute eine gut ausgebaute Fahrrad- (und Spazier-) strecke. Der Weg führt durch Parks und bewohnte Gegenden, vorbei an zahlreichen prachtvoll restaurierten Villen aus dem 17. Jahrhundert. Trinkwasserbrunnen und Einkehrmöglichkeiten am Wegesrand bieten sich für kleine und größere Verschnaufpausen an. So kann, wer will, ganz komfortabel rund 30 Kilometer bis zur Mündung des Kanals in das Flüsschen Adda radeln oder wandern. Wer nicht ganz so sportlich unterwegs sein mag, macht einfach einen kürzeren Spaziergang entlang des Kanals. 

Navigli Milano

Das Navigli Viertel Mailands wiederum hat sich zum charmanten Ausgehviertel gewandelt. Entlang des Naviglio Grande und Naviglio Pavese haben sich zahlreiche Restaurants und Tavernen angesiedelt und werden vor allem abends und nachts zum beliebten Treff für die Mailänder. Wenn bei Sonnenuntergang das letzte Licht der Sonne auf dem Wasser der Kanäle tanzt, wird die Stimmung besonders romantisch. 

 

Aber auch tagsüber lohnt sich ein Spaziergang entlang der Kanäle des Navigli Viertels, hinweg über kleine Brücken von einer Uferseite zur anderen und zum Hafenbecken Darsena. Sehenswert sind die Innenhöfe vieler Häuser, deren Wohnungen nur über hofseitige Stiegen und Galerien zugänglich sind. Viele Künstler und Kunsthandwerker haben sich hier mit ihren Ateliers niedergelassen und prägen das Erscheinungsbild. In der pittoresken „Wäschergasse“ Vicolo di Lavandai schließlich scheint die Zeit still gestanden zu sein. Bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde hier Wäsche am Rande des Navigli Grande gewaschen. Das verwitterte Waschhaus steht noch, die einstige Drogerie daneben – hier wurde gekauft, was für die Wäsche benötigt wurde – ist heute ein Restaurant. 

Brera, das Künstlerviertel

In nur zehn Minuten Fußweg vom Dom gelangt man in ein anderes Viertel mit Charme. Traditionell haben sich hier viele Künstler angesiedelt, und in der Pinakothek im Palazzo di Brera ist eine der besten Sammlungen italienischer Kunst zu sehen. Brera ist ein Stadtteil mit vielen alten Palazzos und einer ausgedehnten Fußgängerzone, die zum Flanieren einlädt. Viele kleine und individuelle Geschäften laden zum Stöbern ein und fürs leibliche Wohl finden sich Restaurants aller Preisklassen. 

 

Mode und Lifestyle

Für Italiener sind vor allem zwei Dinge wichtig: „Dolce vita“ und „bella figura“. Und das ist nicht als Platitüde gemeint, sondern das ist ihre Lebenshaltung. Machen wir es ihnen doch einfach nach und genießen das Leben in vollen Zügen. Wenn die Mailänder in den Feierabend gehen, folgt nicht selten geselliges Beisammensein mit Familie, Freunden oder Kollegen. Man isst gemeinsam zu Abend und tauscht sich aus. Dazu wird gern ein Gläschen Wein getrunken. In der traditionellen Mailänder Küche ist die wechselhafte Geschichte der Stadt mit französischen und habsburgischen Einflüssen nicht zu leugnen, die Ausrichtung ist herzhaft-mitteleuropäisch. Gleichwohl findet man auch Restaurants mit internationaler Küche. Im touristischen Stadtzentrum ist allerdings mit höheren Preisen zu rechnen als anderswo.

 

Und immer ist es wichtig, einen guten Eindruck zu machen, „bella figura“ eben. Nicht umsonst haben italienische Designer weltweit so viel Erfolg. In Mailand sind sie alle vertreten, im sogenannten „Viereck der Mode“ zwischen Via Monte Napoleone und Via Senato. Wenn das Reisebudget nur für den Schaufensterbummel reicht, finden sich in diesem Viertel neben all den Boutiquen auch sehenswerte Kunstmuseen wie das Poldi Pezzoli Museum, das Bagatti Valsecchi Museum und das Palazzo Morando. Im Restaurant des Grand Hotel et de Milan um die Ecke war auch Giuseppe Verdi viele Jahre immer wieder zu Gast, was uns direkt an die Mailänder Scala denken lässt.

 

Weltberühmt ist das Mailänder Opernhaus, die Scala. Gebaut im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia, ist das Teatro alla Scala bis heute eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt. Im 30 Meter hohen, neoklassizistischen Saal mit entsprechender Akustik wurden viele bedeutende Opern uraufgeführt und große Sängerinnen und Sänger frenetisch gefeiert. Wer einen Besuch in der Oper von Mailand plant, sollte sich rechtzeitig vorab gute Tickets organisieren.

Fußballstadt Mailand

Freizeitgestaltung ganz anderer Art bietet der Besuch eines Heimspiels bei einem der beiden Fußballclubs der Stadt, AC Milan oder Inter Mailand. Wer die traditionsreichen Clubs in ihrem bisherigen Stadion „San Siro“ besuchen möchte, muss sich allerdings beeilen – denn es gibt Neubaupläne. Gerüchteweise sollen die Spiele beider Mannschaften bereits ab der Saison 2022/23 im neuen Stadion abgehalten werden. 2026 richtet Mailand die Olympischen Winterspiele aus, die Eröffnungsfeier soll im Stadion stattfinden. Es bleibt abzuwarten, ob im alten oder neuen.

Praktische Tipps für Ihre Reise nach Mailand

Im Sommer kann es in Mailand sehr heiß werden und traditionell schließen viele Geschäfte, Hotels und Restaurants und machen Betriebsferien. Die Hauptreisezeit für Mailand ist daher – wie so häufig – im Frühling und im Herbst. Darüber hinaus lohnt es sich, die Termine der großen Messen auszuschließen, denn in dieser Zeit kann es sein, dass Unterkünfte völlig überteuert oder gleich ganz ausgebucht sind. Wenn Sie von Hamburg aus zum Flughafen Linate fliegen, erreichen Sie die Innenstadt bereits in weniger als 30 Minuten. In Mailand selber kommen Sie perfekt von A nach B, indem Sie das gut ausgebaute Netz bestehend aus Metro, Straßenbahn und Bussen nutzen.

 

Unsere Highlights:



Castello Sforzesco

Das Castello Sforzesco blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück und zeugt von der einstigen Größe des Mailänder Herzogs. Heute beherbergt es eine der umfassendsten Kunstsammlungen der Stadt Mailand sowie mehrere Archive und Bibliotheken. Die einstige Wirkungsstätte von Leonardo da Vinci kann besichtigt werden und in der ausgedehnten Anlage mit Palazzo, Innenhöfen, Parks und Museen ist leicht ein ganzer Tag verbracht.   

Die Navigli von Mailand

Tagsüber am Kanal entlang und vorbei an den vielen kleinen Shops und Restaurants flanieren, abends eintauchen in den Hotspot für ausgehfreudige Mailänder und Besucher – das geht im Navigli Viertel zwischen Naviglio Grande und Naviglio Pavese. Hier können Sie es sich in einem der zahlreichen Restaurants gutgehen lassen und mit Glück erleben Sie hier einen traumhaften Sonnenuntergang vor romantischer Kulisse.

Camparino

Ziemlich touristisch und trotzdem einen Besuch wert ist die Bar Camparino in der Galleria Vittorio Emanuele II. Hier gibt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom und mitten in der vielleicht schönsten Einkaufspassage der Welt den berühmten Campari Aperitivo (und natürlich auch weitere). Das Ambiente ist seinen Preis allemal wert.  

Hamburg – Mailand Linate

 

Abflug in Hamburg

Ankunft in Mailand

Mo-So

14:35

16:25

 

Abflug in Mailand

Ankunft in Hamburg

Mo-So

11:40

13:30

Alle Zeitangaben sind Ortszeiten. Änderungen vorbehalten. Buchbar sind die Flüge auf der Website von Alitalia oder im Reisebüro.