Hamburg Airport bietet „Landstrom“ für parkende Flugzeuge

Hamburg Airport bietet „Landstrom“ für parkende Flugzeuge

Vorfeld-Erneuerung soll 2020 abgeschlossen werden / Bauphase 9 heute gestartet

21.01.2020 -

Nach einer Winterpause wurden heute die Bauarbeiten für die grundhafte Vorfeld-Erneuerung wieder aufgenommen: Bis Ende Mai wird die 24.000 Quadratmeter große Fläche der Bauphase 9 im Herzen des Hauptvorfelds rundum erneuert. Nach der Fertigstellung können auch die dort parkenden Flugzeuge umweltschonend über „Landstrom“ versorgt werden. Insgesamt wurden bis heute mehr als zwei Drittel der Fläche des Vorfeldes 1 erneuert. Hamburg Airport investiert rund 120 Millionen Euro in die grundhafte Vorfeld-Erneuerung, die in zehn Bauabschnitten seit März 2016 läuft.

 

„Die Bauphasen 9 und 10 sind der Endspurt unseres Großprojekts: Bis Ende dieses Jahres werden wir die letzten 52.000 Quadratmeter Fläche erneuern – dann ist das Herz des Flughafens fit für die nächsten Jahrzehnte“, sagt Martin Helf, Gesamtprojektleiter der grundhaften Vorfeld-Erneuerung im Geschäftsbereich Real Estate Management am Hamburg Airport. „Das aktuelle Baufeld befindet sich – wie schon die vorherigen Phasen – fernab der Terminals. Die herausforderndsten Projektphasen direkt an den Terminals haben wir bereits erfolgreich gemeistert.“

 

Die Arbeiten im Bauabschnitt 9 laufen bis Ende Mai. Im Anschluss erfolgt bis Ende September 2020 die Bearbeitung des letzten Vorfeld-Abschnitts 10. Wie bereits in den vorherigen Bauphasen werden sämtliche Leitungen, technische Einrichtungen sowie die Oberfläche grundhaft erneuert. Bis heute wurden mehr als zwei Drittel der rund 330.000 Quadratmeter großen Fläche des Vorfeldes 1 erneuert. Die Erneuerung ist notwendig, da die Nutzbarkeit der 40 bis 60 Jahre alten Betonflächen in absehbarer Zeit aufgebraucht sein wird.

 

Gut für die Umwelt: Flugzeuge müssen Hilfsturbinen am Boden ausstellen
Im Zuge der Bauarbeiten werden die Außen-Abstellflächen mit einer 400-Hertz-Stromversorgung ausgestattet. So können die parkenden Flugzeuge umweltschonenden „Landstrom“ nutzen – eine Maßnahme, wie sie auch in der Schifffahrt derzeit diskutiert wird. Am Hamburg Airport gilt aus Umwelt- und Lärmschutzgründen bereits seit vielen Jahren eine strenge Regelung: Flugzeuge müssen nach Erreichen der Parkposition auf ihre Hilfsturbinen verzichten. Um auch am Boden die notwendige Energie für die Bordelektronik zu erhalten, werden die Flugzeuge an den terminalnahen Positionen mit klimatisierter Luft und Strom aus dem erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk des Flughafens versorgt. An den Außen-Parkpositionen werden mit den stationären Landstrom-Einheiten nun die bisherigen mobilen Generatoren ersetzt.

 

Effizienter Vorfeldverkehr durch Doppelrollgasse und „Follow the Greens“
Im Zuge der Vorfeld-Erneuerung ordnet Hamburg Airport die Linienführung und Beschriftung – das sogenannte Vorfeld-Layout – neu. Dabei ist unter anderem eine Doppelrollgasse entstanden, die im Juni 2019 in Betrieb gegangen ist. Dadurch können zwei Flugzeuge bis zur Größe einer A320 oder B737 aneinander vorbei gelotst werden, ohne dass eine der beiden Maschinen warten muss.

 

Mittelfristig erhält der Hamburger Flughafen das innovative Leitverfahren „Follow the Greens“: Hierbei weisen in den Boden eingelassene grüne Lichtbänder den Piloten den Weg zum Start oder zur richtigen Parkposition. Sie erscheinen automatisch und dynamisch vor dem rollenden Flugzeug und erlöschen dahinter wieder. Die baulichen Voraussetzungen für „Follow the Greens“ – zum Beispiel der Einbau von rund 1.900 Lampen – werden im Rahmen der grundhaften Erneuerung des Vorfeldes 1 geschaffen. Durch die Doppelrollgasse und „Follow the Greens“ wird die Vorfeldfläche optimal ausgenutzt – der Verkehrsfluss wird weiter verbessert und die Rollzeiten der Flugzeuge verkürzen sich. Das ist gut für die Umwelt und bedeutet weniger Bodengeräusche sowie weniger CO2-Emissionen.

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Alina Holly-Peters