Island: Drei Flugstunden von Hamburg entfernt in eine andere Welt eintauchen

Wer Natur mag, wird Island lieben. Sattgrüne Wiesen, spuckende Geysire, heiße Quellen, Gletscher, Wasserfälle und tiefblaue Seen – die Landschaft ist zu jeder Jahreszeit atemberaubend. Ob Wandern, Kanufahren oder Tauchen: Island hat auch sportlich einiges zu bieten. Wer Oper, Stadtleben und Shoppingtouren mag, kommt in Reykjavík auf seine Kosten. In der nördlichsten Hauptstadt der Welt gibt es vom Designladen bis zur großen Oper vieles zu entdecken. Und wer ganz genau hinschaut, begegnet in Island vielleicht sogar Elfen oder Trollen. 

 

Island ist vor allem für seine Natur bekannt. Nicht nur die Polarlichter von Herbst bis Frühjahr sind spektakulär. In drei Nationalparks können Besucher in die Seele des Landes blicken. Das faszinierende Zusammenspiel von Vulkanen und Gletschern lässt sich im Vatnajökull Nationalpark erleben. Er umfasst 13 Prozent des Landes und beheimatet den größten Gletscher Europas. Je nach Lichteinfall leuchtet er in verschiedenen Farben – von aschgrau bis türkis. Die Gletscherzunge ist sogar eine perfekte Kulisse für die weltbekannte Serie „Games of Thrones“. Viele Szenen wurden dort gedreht. Ein weiterer Höhepunkt ist der Dettifoss, ein gigantischer Wasserfall. Im Westen des Parks sind die Laki-Krater ein Besuchermagnet, die bei einem großen Vulkanausbruch vor rund 250 Jahren entstanden sind. 


Nationalpark Thingvellir ist UNESCO-Weltkulturerbe


Der Nationalpark Thingvellir ist ein Ort voller Geschichte und gehört sogar zum UNESCO Weltkulturerbe. Er ist die wohl beliebteste Sehenswürdigkeit Islands. Das Besondere: Der Park liegt in einer sogenannten Grabenbruchzone und ist von vier aktiven Vulkanen umgeben. Doch keine Angst, der letzte Vulkanausbruch liegt gut 2.000 Jahre zurück. Wer sich für Geologie interessiert, kann genau sehen, wo vor Millionen von Jahren die amerikanische und eurasische Platte auseinandergedriftet sind. Der Spalt wird jedes Jahr um sieben Millimeter breiter. 

Im Thingvellir kommen nicht nur Wanderer auf ihre Kosten. Taucher können zu einer wirklich spektakulären Tour aufbrechen und zwischen den Kontinentalplatten schnorcheln. Das Wasser ist glasklar, das Farbenspektrum überwältigend. Der Tauchgang in der Silfra-Spalte endet in einer blauen Lagune. 


Im Nationalpark Thingvellir haben Wikinger Geschichte geschrieben


Zudem wurde in dem Nationalpark Geschichte geschrieben, er ist im Herzen der Isländer tief verwurzelt. Der Park gilt als Wiege des isländischen Parlaments. Als im neunten Jahrhundert verschiedene Menschengruppen aus vielen Teilen Nordeuropas ins Land kamen, wurde schnell deutlich, dass ein Zusammenleben Regeln braucht. Deshalb wurde im Jahr 930 das „Alping“ ins Leben gerufen, eine jährliche Versammlung, die sowohl Gesetze erließ als auch Verurteilungen aussprach. Am Rande der Politik machten Händler Geschäfte, Menschen verliebten sich, Hochzeiten wurden arrangiert, Allianzen geschmiedet. Fast 1.000 Jahre später wurde dann an dieser Stelle 1944 die Republik Island ausgerufen. 


Ein Berg zum Verlieben


Der Nationalpark Snæfellsjökull erstreckt sich sogar bis zum Meer und ist benannt nach dem berühmtesten Vulkan des Landes. Obwohl Berg und Hauptstadt mehr als 100 Kilometer trennen, kann man von seiner Kuppe aus bei gutem Wetter Reykjavík sehen. Schon der französische Schriftsteller Jules Vernes hatte sich in den Berg verliebt. Er ist der Ausgangspunkt für viele Abenteuer in seinem Werk „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Zahlreiche Wanderwege bieten Naturfreunden die Möglichkeit, das Gebiet zu erobern. Fotografen kommen am Berg Kirkjufell nicht vorbei, der erhaben über dem Fischerdorf Grundarfjörður tront. Für alle Nationalparks gilt aber: Auch wenn es noch so verlockend ist, dürfen die offiziellen Wege nicht verlassen werden. 


Spuckende Geysire und heiße Quellen


Viele Menschen verbinden Island mit Geysiren und heißen Quellen. Das bekannteste Heißquellengebiet liegt im Südwesten des Landes. Vor allem der Große Geysir, der allen Springquellen ihren Namen gab, ist berühmt. Experten gehen davon aus, dass der Geysir gut 10.000 Jahre lang aktiv war und einmal pro Stunde eine gut 60 Meter hohe Fontäne aus Wasser und Dampf ausgestoßen hat. Jetzt ist er noch gelegentlich aktiv. Unweit davon ist der Geysir Strokkur, der alle zehn Minuten ausbricht, und sein Publikum in Staunen versetzt. 

Ein Höhepunkt wohl jeder Island-Reise ist der Besuch der Blauen Lagune. Nur eine halbe Stunde von Islands Hauptstadt entfernt, kann man umgeben von schneebedeckten Gipfeln und Lavafeldern das ganze Jahr über in der heißen Quelle baden. Die Lagune wird mit geothermalem Wasser aus 2.000 Metern Tiefe gespeist. Das Wasser im Thermalbad hat angenehme 37 bis 42 Grad. Wer es etwas einsamer mag, sollte nach sogenannten Hot Pots Ausschau halten. Die heißen Naturquellen entspringen in der Wildnis und laden zum unkomplizierten und spontanen Eintauchen und Entspannen ein. 


Whale-Watching


Wer etwas ganz Besonderes erleben möchte, sollte eine Whale-Watching-Tour buchen. Einige Touren dauern wenige Stunden, andere den ganzen Tag. Viel Tageslicht im Sommer und eine einzigartige Mischung aus kalten und warmen Meeresströmungen in den flachen Fjorden sorgen dafür, dass es dort viel Krill und Fische gibt. Ein Festmahl für 23 verschiedene Walarten – vom kleinen Schweinswal bis zum großen Pottwal. Mit Glück schauen auch noch Weißschnauzendelfine und Orcas vorbei, die weltweit größte Delfinart. Bei einigen Touren sitzen die Gäste in den traditionellen isländischen Eichenbooten, in anderen in Schnellbooten. Ein unvergessliches Erlebnis sind alle Ausflüge. 


Reykjavík: Nach „Natur pur“ in die Oper und shoppen gehen


Nach Tagen voller „Natur pur“ bietet sich Reykjavík als Ausklang der Reise an. Stadtluft schnuppern, shoppen gehen, Kultur genießen – all das und noch viel mehr bietet Europas nördlichste Hauptstadt. Der wichtigste Kulturort der Stadt ist Harpa. Für die Isländer ist das Konzerthaus so bedeutend, wie die Elbphilharmonie für die Hamburger. Hinter der glitzernden Fassade haben das isländische Symphonieorchester und die isländische Oper seit 2011 ein Zuhause gefunden. Wenn das Wetter mitspielt, kann man von Harpa aus sogar den Gletscher Snæfellsjökull sehen. Einen tollen Rund-um-Blick auf die Stadt hat man auch von der Turmspitze der Hallgrimskirche aus. 

Das Shoppingherz schlägt im Zentrum der Stadt höher, wo die Haupteinkaufsmeile Reykjaviks liegt. Wer isländisches Kunsthandwerk oder ausgefallenes Design sucht, wird dort fündig. Am Wochenende empfiehlt sich ein Abstecher auf den Flohmarkt Kolaportid in der Nähe des Hafens. Dort kann man auch einen der berühmten Islandpullover kaufen. 

Der Markt bietet auch eine gute Gelegenheit, das Land auf kulinarische Weise kennenzulernen. Mutige probieren beispielsweise fermentiertes Haifleisch. Aber Achtung: Geruch und Geschmack sind sehr intensiv. Nicht umsonst trägt die isländische Delikatesse den Beinamen „Gammelhai“. Weniger mutige Reisende essen zartes Islandlamm, Wildlachs, Forelle, Saibling oder Rentier. 


Abstecher nach Grönland


Reykjavik ist generell ein guter Ausgangspunkt, um nach Grönland zu reisen. Es liegt mit der Linie „Air Iceland Connect“ nur zwei Flugstunden entfernt. Ob Tagestour oder mehrtägiger Aufenthalt – ein Grönlandbesuch lohnt sich auf jeden Fall. Die größte Insel der Welt ist voller Kontraste. Es gibt das moderne Grönland mit Internetcafés, Modegeschäften und Hotels und das traditionelle mit Hundeschlittenfahrten, abgeschiedenen Dörfern und unglaublichen Eis- und Schneelandschaften. Allerdings: Plant man einen Abstecher, sollte man ihn rechtzeitig buchen, um noch einen Flug zu bekommen. Gerade im Winter wird Grönland zum Teil nur zweimal die Woche angeflogen. 


Hamburg – Rekjavík

 

Abflug in Hamburg

Ankunft in Reykjavík

Bis zu 2x täglich

14:05

15:15

 

Abflug in Reykjavík

Ankunft in Hamburg

Bis zu 2x täglich

07:50

13:05

Alle Zeitangaben sind Ortszeiten. Änderungen vorbehalten. Buchbar sind die Flüge auf der Website von Icelandair oder im Reisebüro. 

Unsere Highlights:



Dem Polarlicht auf der Spur

Das Polarlicht ist magisch und zieht jeden in seinen Bann. Wer mag, schließt sich einer geführten Tour an, und wird in drei bis fünf Stunden zu den besten Aussichtspunkten gebracht. 

Eishöhlen-Tour im Vatnajökull

Eine Gletscherhöhle ist einzigartig. Wer das ewige Eis erforschen möchte, hat dazu in Vatnajökull Gelegenheit. Unbedingt einen Fotoapparat mitnehmen! 

Spektakulär abtauchen

Einen Besuch in der Blauen Lagune nahe Rekjavík wird niemand so schnell vergessen. Mit Blick auf die Berge abtauchen – herrlich! Informationen zum Angebot.