Airport Carbon Accreditation

Airport Carbon Accreditation

Airport Carbon Accreditation (ACA) ist ein ausschließlich für Flughäfen entwickeltes System zur Erfassung von Treibhausgas- Emissionen von Flughäfen, zur Festlegung von Reduktionsmaßnahmen für diese (bis hin zur CO2 – Neutralität) sowie zur unabhängigen Überprüfung und Zertifizierung der errechneten CO2 – Fußabdrücke sowie der Maßnahmen.  Obwohl es primär für Europa gilt und sich dort bereits eine Vielzahl von Flughäfen daran beteiligen, hat ACA bereits eine weltweit hohe Anerkennung erreicht.

 

Grundlage einer Zertifizierung nach ACA sind die Anforderungen des Kyoto- Protokolls zur Erfassung (und Minimierung) von Treibhausgas- Emissionen. Je nach Herkunft der Emissionen innerhalb des betrachteten Unternehmens  wird hier zwischen drei Gruppen unterschieden:

  • Scope 1: Dieses sind Emissionen, die vor Ort aus Aktivitäten entstehen, auf deren Menge das Unternehmen einen direkten Einfluss besitzt. Am Flughafen Hamburg sind hierunter der Einsatz von Fahrzeugen und die Erzeugung von Energie (Strom, Wärme) am Standort zu verstehen.
  • Scope 2: Unter Scope 2- Emissionen werden die Emissionsmengen zusammengefasst, die aufgrund von Aktivitäten vor Ort, aber an einer anderen Stelle entstehen – also die Emissionen, die bei der Erzeugung des von der FHG bei Stromanbietern eingekauften Stromes entstehen.
  • Scope 3: Hier handelt es sich um Emissionen, die am Standort entstehen, auf die das Unternehmen jedoch keinen direkten Einfluss ausüben kann, am Flughafen also die von Flugzeugen oder dem Zubringerverkehr erzeugten Emissionsmengen.

Die Erfassung der Emissionsmengen muss grundsätzlich plausibel, transparent und lückenlos sein, um den Anforderungen des Protokolls zu genügen.

 

Diese Anforderungen werden über ACA an jedem teilnehmenden Flughafen in vier verschiedenen Anforderungsstufen, den so genannten Levels, umgesetzt und anschließend zertifiziert:

  • Level 1: Erfassung (Berechnung des CO2 – Fußabdruckes
  • Level 2: Reduktion (Berechnungen gemäß Level 1 plus verbindliche und wirksame Verkleinerung des CO2 - Fußabdruckes über einen „Carbon Management Plan“)
  • Level 3: Berücksichtigung von Scope 3- Emissionen zusätzlich zur Erfüllung der Anforderungen der vorangegangenen Levels
  • Level 3+: CO2 – Neutralität

 

Voraussetzung für den Erhalt des Zertifikates ist allerdings eine umfassende Überprüfung der berechneten CO2 – Fußabdrücke und aller Reduktionsmaßnahmen. Diese Prüfung erfolgt zunächst vor Ort durch einen unabhängigen, zugelassenen Umweltgutachter. Anschließend erfolgt eine weitere Prüfung durch die Institutionen, die ACA entwickelt und gestaltet haben. Neben dem britischen Umweltberatungsunternehmen WSP ist dies das sog.  „Advisory board“, das sich u.a. aus Mitarbeitern verschiedener Universitäten und Nicht- Regierungs- Organisationen zusammensetzt. Erst wenn alle Prüfungen ergeben haben, dass die errechneten CO2 – Emissionen korrekt sind und auch alle weiteren Forderungen erfüllt wurden, wird das Zertifikat erteilt.

 

Hamburg Airport hat bei seinen Maßnahmen zur Erfassung und Verringerung des CO2-Ausstoßes eine weitere Stufe erreicht. Nachdem der Flughafen in den vergangenen Jahren bereits Zertifikate nach Level 1 und 2 erhalten hatte, wurde jetzt das Zertifikat „Level 3“ verliehen. Es ist die zweithöchste von vier möglichen Bewertungsstufen der "Airport-Carbon-Accreditation", einem unabhängigen europäischen Zertifizierungssystem für Flughäfen.

 

Voraussetzung für die höhere Bewertungsstufe war neben der Erfassung der „eigenen“ Emissionen und ihrer nachweislichen Verringerung (Level 2) nun zusätzlich die Erfassung von Emissionen der Partner am Flughafen, insbesondere der Luftverkehrsgesellschaften. „Die Ermittlung dieser Emissionen ist äußerst komplex“, erläutert Udo Bradersen von der Umweltabteilung. „Neben den Emissionen der Flugzeuge  sind nun beispielsweise auch die Fahrgewohnheiten der Mitarbeiter sowie das Anreisen der Passagiere zum Flughafen berücksichtigt worden.“

 

„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt Emissionen innerhalb eines deutlich größeren Umkreises erfassen können“, sagt Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung am Hamburg Airport. „Die Zahlen werden allen Beteiligten zugänglich gemacht, um gezielt zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitragen zu können.“ Das nächste Ziel wäre für Hamburg Airport die Zertifizierung nach der  höchsten Stufe 3+. „Das bedeutet CO2-Neutralität am gesamten Flughafen, und dieses Level ist zweifellos die schwerste Disziplin“, so Michael Eggenschwiler.

 

Zur Verringerung der CO2-Emissionen am Hamburg Airport gehört auch die schrittweise Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe. Bis 2020 sollen mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge der Hamburg-Airport-Gruppe mit alternativen Energien fahren. Bei Standardfahrzeugen wird sogar ein vollständiger Austausch angestrebt.

 

Insgesamt ist das Zertifikat, das jedes Jahr erneuert und somit überprüft werden muss, für die FHG eine wichtige Komponente des Umweltmanagementsystems, um vor allem dem Klimaschutz vor Ort eine bedeutsame Position zu geben.